Schloss Weinburg-
das Juwel aus der Vergangenheit
 

Auf einer Anhöhe gelegenes weithin sichtbares Schloss mit als Filialkirche genutzter Schlosskapelle. Vor dem Schloss befindet sich eine Barockfigur des Hl. Johannes Nepomuk, etwas tiefer gelegen der Gutshof und ein hölzernes Brunnenhaus aus 1899.


Schloss Weinburg hat drei Ecktürme und einen fünfeckigen Arkadenhof. Ein hoher Glockenturm überragt die Burg, die in ihrer heutigen Gestalt aus dem 16. Jahrhundert. stammt und einen besonderen Schatz birgt: Einen der größten Weinkeller des Landes. Insgesamt verfügt das Schloss über 23 Zimmer.

Die Errichtung des bestehenden Renaissancebaues durch Baumeister Andrea Bartoletti geht auf das Jahr 1578 zurück und dauerte bis 1590. Gemeinsam mit Schloss Brunnsee wurde es 1837 von Marie Caroline, Herzogin von Berry und deren zweiten Gemahl Ettore Graf Lucchesi-Palli erworben.

Die Herzogin von Berry

Ein Bild aus dem 20. Jahrhundert

Besonders der Südtrakt wurde 1945 schwer beschädigt und anschließend wiederhergestellt. Über einem bastionsartig geböschten Unterbau erhebt sich ein zweigeschossiger Baukomplex in unregelmäßiger Fünfeckform mit Turmvorlagen und Schlosskapelle im Osttrakt.

Vom Westen her gibt es einen Zugang über eine Brücke zur gewölbten Einfahrtshalle mit mittleren Achteckpfeilern (1. Hälfte des 16. Jh.). Im Hof findet man zum Teil verglaste Säulenarkaden auf Kreuzgratgewölben.



Kath. Filialkirche "Hl. Katharina"

Den ältesten Teil des Schlosses bildet die Kirche. Man vermutet, dass schon recht früh auf der Anhöhe eine Kapelle stand. Im Jahre 1508 wurde am Tag der Hl. Katharina (25. November) der jetzige Nebenaltar von Bischof Martinus von Seckau der Mutter Gottes geweiht. 1720 stiftete Karl der VI. einen neuen Altar und ein Bild des Hl. Karl Borromäus, das seinen Platz oberhalb dieses Altars bekommen hat.

Über spätmittelalterlichen Fundamenten (Weihe 1520 überliefert) wurde dieser Bau in der 2.Hälfte des 16. Jh. errichtet. Davon gibt es den einjochigen Chor mit östlich vortretendem 3/8 - Schluss, die 1572 datierte Mensa und einen hohen Glockenturm.

Der Altar in der Schlosskirche

Die Einrichtungen stammen vorwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert, wobei der von Kaiser Karl VI. gestiftete Hochaltar im Bandlwerdstil aus dem 1. Viertel des 18. Jh. hervorzuheben ist. Die Kanzel stammt aus dem 19. Jh. und die Neudauer Glasfenster aus dem Jahr 1904.

Den Volksaltar gestaltete Prof. Franz Weiß. 1950 wurde die Kirche, die seither in Nord- Südrichtung liegt, vergrößert.

Seit längerer Zeit bereits nutzt man einen in der Pfarrwohnung gelegenen Raum für verschiedenste Veranstaltungen.

Unweit des Schlosses befindet sich ein idyllisch gelegener Waldfriedhof.

Neben den Sonntagsmessen werden auch Taufen, Hochzeiten und auch Begräbnisse abgehalten.

wunderschöne Teichlandschaft mit dem
Schloss im Hintergrund


der Arkadenhof mit Brunnen im Schlossinneren




Brunnenhaus

 

Gutshof/ Meierhof/ Lesehof
Westlich des Schlosses befindet sich ein Gutshof in Form eines großen eingeschossigen Vierkanters mit Walmdach, teilweise in das 17. Jh. zurückreichend (Stich Bild Vischer Weinburg). Im 19. Jh. wurde der Gutshof verändert und ausgebaut, im 20. Jh. schließlich teilweise erneuert. Eine flachbogige Einfahrt mit zweiflügeligem hölzernen Gittertor führt in den Hof.

Brunnen
Bei der Auffahrt zum Schloss kommt man an einem kleinen hölzernen Brunnenhaus vorbei. Laut Inschrift stammt es aus dem Jahr 1899, in Auftrag gegeben von Herzog Robert von Parma. Das Satteldach wird von schlanken Ständern getragen; in den Giebelfeldern findet sich der für die Entstehungszeit typische Laubsägedekor.

Figurenbildstock "Hl. Johannes Nepomuk"

Vor dem Schloss befindet sich auf einem Sockel mit quadratischem Grundriss eine barocke Steinfigur des Hl. Johannes Nepomuk aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Urkundliche Erwähnungen:
Urkundlich tauchte der Name Weinburg erstmals im Jahre 1211 auf. Burg und Herrschaft waren im Besitz der Grafen von Wildon, des damals mächtigsten Adelsgeschlechts in der Mittelsteiermark.


Figurenbildstock "Hl. Johannes Nepomuk"



Schloss Brunnsee 1681 im Hintergrund Schloss Weinburg

Urkundlich erwähnt wird Schloss Weinburg erstmals im Jahr 1278. Da ist von einem Schloss "Seebach" die Rede. Die Bezeichnung dürfte von einem See, den der Sassbach bis zur Einmündung in die Murebene bildete, abgeleitet worden sein.

Noch im Jahr 1606 befand sich zwischen Weinburg und Brunnsee eine große Wasserfläche, die im Lauf der Zeit allmählich versumpfte.

Einig ist man sich dahingehend, dass die Festung Weinburg in der Landesverteidigung eine große Rolle spielte. Sie bildete den nördlichen Stützpunkt der Murtalsperre, die über die Wasserschlösser von Rabenhof, Brunnsee, Weitersfeld und Oberrakitsch, sowie den befestigten Markt Mureck zum Schloss Obermureck reichte. Schloss Weinburg war zugleich Kreidefeuerstation (eine Warnstation, über die die Bevölkerung mittels Feuer und Kanonenschüsse alarmiert wurde).

 
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